Das Visualtraining
Visuelle Wahrnehmungsstörungen sind nicht unsichtbar!
Defizite in der Sehleistung führen zu starkem Stress beim Betroffenen. Wenn die Augen nicht richtig "greifen" können, dann ist auch das "Begreifen" schwer.Entsprechende Symptome sind oft deutlich bemerkbar:
- Augenbrennen (Rötung)
- Kopfschmerzen
- Kopf schief halten
- Schiefsitzen
- kurzer Lese- / Schreibabstand
- Abdecken eines Auges mit der Hand
- Text verdrehen
- Buchstaben verwechseln (d+b,p+q...)
- Buchstaben oder Silben weglassen oder "dazu erfinden"
- langsames, stolperndes Lesen
- schlechte oder fehlende Sinnerkennung beim Lesen
- Rechtschreibfehler auch in bekannten Worten
- Leseunlust
- Ungeschicklichkeit (Fangen, Fußball)
- häufiges Anstoßen an Ecken und Kanten
- schnelles Nachlassen der Lese- und Schreibqualität mit zunehmender Dauer der Aufgabe
- Unsauberes Ausmalen
Visuelle Wahrnehmungsstörungen sind feststellbar!
Falls Sie eine oder mehrere Auffälligkeiten bemerkt haben, lassen Sie diese zunächst medizinisch untersuchen.
Wird eine Erkrankung als Ursache ausgeschlossen, kann eine spezielle Augenuntersuchung über Seh- und Wahrnehmungsstörungen aufklären.
Routinemäßige Augenuntersuchungen können diese verdeckten Störungen in der Regel weder feststellen noch beheben.
Die "21-Punkte-Prüfung-OEP" ein klassisches augenoptisches Messverfahren, dient dazu, diese Sehfunktionsdefizite messtechnisch zu erfassen sowie Veränderungen objektiv nachzuweisen.
Nach der Auswertung der visuellen Analyse kann festgelegt werden, in welcher Reihenfolge und mit welchen Übungen das Training begonnen wird.
- Augenbewegung (Standort: wo bin ich ?)
- Vergenz der Augen (Fixation auf den Punkt des Interesses, wo ist es ?)
- Akkommodation (Scharfstellen auf den Gegenstand - was ist es?)
- Visualisation (ein Bild machen - wie ist es?)
Unbeschwertes und leistungsfähiges Sehen ist nur möglich, wenn alle Teilbereiche flüssig ineinander greifen und sich nicht gegenseitig behindern oder ausschließen.
Im optometrischen Visualtraining wird die visuelle Leistungsfähigkeit gesteigert. Alle vier oben genannten Teilbereiche werden dazu gleichzeitig und aufeinander abgestimmt trainiert.
Ein täglicher Übungsaufwand von ca. 15 Minuten ist im allgemeinen ausreichend.
Durch 14-tägige Kontrollen wird der Trainingsfortschritt überprüft und die Übungen werden dem aktuellen Stand angepasst.
Die meisten visuellen Probleme erfordern 8-15 Trainingseinheiten.
Anwendungsgebiete für optometrisches Visualtraining:
- Myopieprävention (Vorbeugen von Kurzsichtigkeit)
- Amblyopie (Schwachsichtigkeit)
- Low Achiever (Lese-Lern-Probleme)
- Sports Vision (Sehen im Sport)
- General Skills (allgemeine Fähigkeiten)