Sport und Sehen

Das Fachgebiet "Sports Vision" befasst sich mit der Optimierung der Seh-Leistung von Sportlern:

Sport und SehenVor allem in Sportarten, die mit schnellen Bewegungen einhergehen, ist durch die Verbesserung des dynamischen Sehens (über Augentraining und/oder mit optischen Mitteln) ein optimales Zusammenspiel zwischen Augen, Nerven, Hirn und Muskeln zu erreichen. Was sowohl die Arm-, Hand-, Bein- und Fusskoordination als auch die Reaktion auf Veränderungen und Vorgänge im Umfeld verbessert.

Eine gute Sportbrille – ob mit oder ohne Korrektur – gewährleistet die Luftzufuhr zum Auge, verhindert aber die Bildung von Luftwirbeln hinter den Gläsern und dass Schweiss in die Augen fliesst. Dass sie gleichzeitig perfekt sitzt, möglichst leicht ist und das Gesichtsfeld nicht einschränkt, versteht sich von selbst.
Hohe Anforderungen also – die sich allerdings durchaus erfüllen lassen: Voraussetzung ist die Wahl eines geeigneten, sprich: sportart–spezifischen Systems, das ergonomisch und optisch fachgerecht angepasst wird. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Glas zu: Schlagfeste Polycarbonat-Gläser bieten Sicherheit, gleichzeitig sind sie sehr leicht und kratzfest.
Mehrere Studien haben herausgefunden, dass die meisten Menschen im Gegensatz zu Spitzensportlern (mehr als 60%), nur 30% bis 40% Ihres visuellen Potentials nutzen. Sowohl im Breiten- als auch im Spitzensport lassen sich Leistungsverbesserungen durch gezieltes Visualtraining erzielen.

Folgende Funktionen der Augen und der visuellen Reizverarbeitung sind für Sportler wichtig:

  • Statische Sehschärfe
  • Dynamische Sehschärfe
  • Bewegungssehen
  • Augenbewegungen
  • Periphere Wahrnehmung
  • Stereosehen
  • Kontrastsehen
  • Ausdauer der Fixation
  • Schnelligkeit der Schärfeneinstellung
  • Auge/Hand Koordination
  • Visualisation

Am Beispiel des Bewegungssehens (= sakkadische Ortungsgeschwindigkeit) wird der Zusammenhang zwischen Leistungsfähigkeit des visuellen Systems und Leistungsfähigkeit im Sport deutlich. Ist die Geschwindigkeit eines bewegten Objektes zu groß, ist es dem Auge nicht mehr möglich, das bewegte Objekt kontinuierlich zu verfolgen.
Das Auge wechselt zum sogenannten "Sakkaden-Sehen". Es werden nur Teile der Bewegung wahrgenommen, das Auge "springt" innerhalb des Bewegungsflusses von einem Wahrnehmungspunkt zum nächsten.

Bei Untersuchungen zur sakkadischen Ortungsgeschwindigkeit von Sportlernstellte man fest, dass Tennisspieler die besten Werte aufwiesen. Es folgten Sportler aus den Disziplinen Tischtennis, Handball, Badminton, Volleyball, Basketball, Turnen und schließlich Schwimmen.

Dieses Ergebnis zeigt, dass die sportspezifischen Anforderungen an das Auge als Trainingsreiz fungieren und die Funktion des Bewegungssehen verbessern.
Umgekehrt gilt, dass das Training der sportspezifischen Sehanforderungen eine Verbesserung der sportlichen Leistung hervorrufen.

Für den Freizeit- und Breitensport gilt:

  • Unfälle und Verletzungen vermeiden durch eine gute Sehschärfe (Sportbrille oder Kontaktlinsen).
  • Leistungsoptimierung im Sport durch das Trainieren der visuellen Leistungsfähigkeit.

Für den Spitzensport gilt zusätzlich:

  • Analyse der visuellen Leistungsfähigkeit bei der Talentsuche und der Talentförderung.
  • Einbeziehung sinnesphysiologischer Inhalte in die Ausbildung von Trainern, Übungsleitern und Sportlehrern.